Landstrom-
anlagen.

 
Landstrom ist für die die Kieler Innenstadt täglich anlaufenden Fährschiffe ein sinnvoller Weg, um Emissionen während der Liegezeit zu vermeiden. In den vergangenen Jahren wurden hierzu umsetzungsfähige technische Planungen für die Ausrüstung von Schwedenkai und Norwegenkai vorbereitet, die auf ihre Realisierung warten. Doch steht der an Land erzeugte Strom in Konkurrenz zum an Bord erzeugten Strom. Neben niedrigen Bunkerpreisen stellt die EEG-Umlage einen erheblichen Kostentreiber für Landstrom dar, die in den gern zitierten Referenzhäfen Skandinaviens nicht erhoben wird. Bei den großen Passagierfähren, die Kiel anlaufen, entstehen pro Jahr Landstrombedarfe von etwa 4 GWh. Das bedeutet allein durch die EEG-Umlage Mehrkosten von rund 275.000 Euro jährlich. Hinzu kommt, dass der an Bord erzeugte Strom aufgrund der derzeitigen Bunkerpreise günstiger ist als der an Land erzeugte, was einen weiteren Kostennachteil in hoher fünfstelliger Größenordung bedeutet.

Um den Betrieb auch ökonomisch zu rechtfertigen und als wirksames Instrument für eine höhere Marktdurchdringung der Landstromnutzung, wäre die Befreiung der EEG-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf den für die Hafenliegezeit einzukaufenden Strom zwingend notwendig. Trotz zahlreicher Apelle und Initiativen ist die Politik diesen aber bislang nicht gefolgt. Hier ist eindeutig der Gesetzgeber gefordert, dem umweltpolitisch sehr zu unterstützenden Wunsch nach Landstrom Taten folgen zu lassen und diesen nicht durch zusätzliche Kosten zu belasten, denen die konventionelle Stromerzeugung an Bord nicht unterliegt.

Landstrom PORT OF KIEL

Der PORT OF KIEL hat entschieden, als ersten Schritt den Norwegenkai für die täglich verkehrende Norwegenfähren der Color Line kurzfristig mit einer Landstromanlage auszustatten. Technische Standards und Entwicklungen im Kreuzfahrtbereich zeigen, dass sich hier alternative Treibstoffe wie LNG und Brennstoffzellen durchsetzen werden. Bei Schiffsneubauten setzen Reedereien verstärkt auf alternative Kraftstoffe. Und zwar nicht nur für den Betrieb auf See, sondern auch für die Versorgung durch Dual-Fuel-Motoren während der Hafenliegezeiten. So kann Landstromtechnik für Kreuzfahrer eine Übergangslösung sein. Landstrom und eine LNG-Versorgung im Kieler Seehafen werden bei entsprechender Nachfrage der Reedereien unterstützend begleitet. 

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Foto: PORT OF KIEL