Tief Luft holen.

Diagramm: PORT OF KIEL

Dicke Pötte, dicke Luft? Emissionen

Bei Schiffsemissionen betrachtet man im Wesentlichen Partikel (PM), Schwefeloxide (SOx), Stickoxide (NOx) und Kohlendioxid (CO2). Das in der Schifffahrt noch verbreitete Schweröl mit seinem hohen Gehalt an Schwefel ist mit hohen SOx-Emissionen verbunden. Daher wurden Schwefelgrenzwerte in Schiffskraftstoffen festgelegt. Während aktuell der Schwefelgrenzwert von 3,5 Prozent für die Seefahrt auf allen Weltmeeren gilt, hat die IMO für bestimmte Meeresgebiete, sogenannte Emissionskontrollgebiete (ECA), strengere Regelungen eingerichtet. Hier dürfen Schiffe seit 2015 nur noch Kraftstoffe mit maximal 0,1 Prozent Schwefel verwenden. Nord- und Ostsee sind Schwefel-Emissionskontrollgebiete (SECAs) und ab 2021 außerdem – und das bisher als einzige Gebiete neben der Nordamerikanischen Küste – NOx-Emissionssondergebiet (NECAs). Darf heute ein Schiff noch 14,4 g NOx/kWh ausstoßen, sind es dann für Neubauten nur noch 3,4 g NOx/kWh, also 75 Prozent weniger. In Kiel nutzen übrigens beispielsweise die „Europa 2“ sowie „Mein Schiff 3“ bis „Mein Schiff 6“ bereits heute Katalysatoren zur Stickoxid-Reinigung der Abgase. Um Emissionen aus dem Schiffsbetrieb weiter zu reduzieren, setzen Reedereien bei Neubauten inzwischen verstärkt auch auf alternative Kraftstoffe.

Karte: PORT OF KIEL

Tief Luftholen
Im Kieler Hafen möglich?
Eindeutig ja!

Nach Berechnungen und orientierenden Luftschadstoffmessungen im Bereich der Kieler Terminalanlagen kommt das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) des Landes Schleswig-Holstein zu dem Ergebnis, dass alle Kurz- und Langzeitwerte für Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid deutlich unter den geltenden Grenzwerten und den Immissionswerten zum Schutz der menschlichen Gesundheit liegen. Messungen des LLUR  wurden von Anfang April bis Ende September 2008 in einer Entfernung von 200 Meter Luftlinie zum Kreuzfahrtterminal Ostseekai durchgeführt. Im Jahr 2008 wurde Kiel 126-mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, zu diesem Zeitpunkt durften Schiffe noch Treibstoffe mit einem Schwefelgehalte von 1,0 Prozent einsetzen. Und heute? Der PORT OF KIEL hat ein durch das LLUR anerkanntes Ingenieurbüro für Luftreinhaltung und Immissionsschutz beauftragt, im Jahr 2018 Langzeitmessungen bezüglich Schwefeldioxid, Stickoxid und Feinstaub durchzuführen.