PORT OF KIEL investiert in den Schutz der Umwelt

von Ulf Jahnke

Erste Landstromanlage geht am Norwegenkai in Betrieb

Norwegenkai Kiel / Foto: PORT OF KIEL


(Kiel, 7. Mai 2019) Der PORT OF KIEL setzt das in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Kiel erarbeitete BLUE PORT-Konzept für eine nachhaltige und umweltorientierte Entwicklung des Hafens konsequent um. Inzwischen fließt die Hälfte der Hafeninvestitionen, derzeit gut 15 Mio. Euro, in Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „Der Kieler Hafen stellt sich den Herausforderungen und leistet einen aktiven Beitrag zu Emissionsreduzierung und Klimaschutz. Mit unseren Landstromanlagen wollen wir zu den führenden Häfen in Europa zählen.“ Die erste dieser Anlagen geht am 9. Mai am Norwegenkai in Betrieb und wird Schiffsemissionen lokal auf null reduzieren. Zur Versorgung der Fährschiffe der Color Line liefert die neue Anlage die größte Landstrommenge in ganz Deutschland. Parallel befindet sich der PORT OF KIEL in der Ausschreibung einer Landstromanlage für das Kreuzfahrtterminal am Ostseekai sowie das Fährterminal am Schwedenkai. Diese Anlage wird in 2020 fertiggestellt sein und zwei große Schiffe parallel mit Strom versorgen können. Dirk Claus: „Die Dimension und technische Um-setzung der Anlage hat Pilotcharakter. Kiel übernimmt eine Vorreiterrolle im Kreuzfahrtbereich.“ Neben der Color Line und der Stena Line werden ab dem kommenden Jahr auch AIDA und TUI Cruises in Kiel Landstrom beziehen. Weitere Reedereien haben Interesse bekundet. Ziel ist es, künftig 60 % des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe während der Hafenliegezeit mit Landstrom zu decken.

Das BLUE PORT-Konzept des Hafens geht weit über die Landstromversorgung hinaus und beschreibt in drei Handlungsfeldern Strategien und Initiativen zu Energieeffizienz, der Immissionsreduzierung in Luft und Gewässer sowie des umweltfreundlichen Hafenvor- und -Nachlaufs im Güterverkehr. Dirk Scheelje, Vorsitzender des PORT OF KIEL-Aufsichtsrates: „Mit der Umsetzung dieses Konzeptes leistet der Hafen einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz in der Landeshauptstadt Kiel. Wirtschaftliche Stärke und Nachhaltigkeit werden miteinander verknüpft.“ Bereits seit mehreren Jahren deckt der Kieler Seehafen seinen gesamten Energiebedarf ausschließlich durch Ökostrom aus regenerativen Quellen. Die modernen Terminalanlagen sind auf Energieeffizienz aus-gerichtet und mit LED-Technik ausgestattet. Im Ostuferhafen fangen Solarmodule, montiert auf Lagerhallen und Abfertigungsgebäuden, die Kraft der Sonne ein und decken knapp ein Fünftel des Energiebedarfs des Hafens. Von den Pkw der Fahrzeugflotte werden gut 15 % rein elektrisch betrieben und am Forstproduktterminal befinden sich Elektrogabelstapler im Dauereinsatz. Standard im Hafen ist das weit fortgeschrittene Abfall- und Abwassermanagement. Am Ostseekai ist seit 2017 Europas modernste Annahmeeinrichtung für Schiffsabwässer im Einsatz. Darüber hinaus engagiert sich Kiel für einen nachhaltigen Transport im Hafenhinterlandverkehr, bei den Gütervor- und Nach-läufen. Im Zuge des Ausbaus des Kombinierten Ladungsverkehrs wurden allein im vergangenen Jahr etwa 30.000 Trailer und Container von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert.

Seit der Ausweisung als Schwefelemissionsschutzgebiet (SECA) zählt die Ostsee zu den saubersten Fahrtgebieten der internationalen Schifffahrt. Im Hafen darf bereits seit 2010 nur noch schwefelarmer Kraftstoff (max. 0,1 %) eingesetzt werden bzw. müssen Abgasreinigungsanlagen installiert sein. Um die Luftqualität zu kontrollieren, wurden im vergangenen Jahr Immissionsmessungen im Kieler Hafen durchgeführt. Dirk Claus: „Maßnahmen von Politik, Reedern und Häfen greifen. Die Ergebnisse der Luftmessung zeigen, dass Schiffsimmissionen kaum wahrnehmbar sind und in der Hintergrundbelastung aufgehen. Während der Kreuzfahrtsaison sind Immissionen sogar geringer als in den Wintermonaten.“ Zulässige Grenzwerte wurden zu jeder Zeit eingehalten. Für Schwebstaub PM 10 betrug der städtische Hintergrund gemessen an der Referenzstation Bremerskamp 15 µg/m³ (Jahresgrenzwert: 40µg/m³). Die Belastungen an den Messpunkten am Hafen unterschieden sich hiervon nicht. Für PM 2,5 ergab sich ein ähnliches Bild. Es wurde ein unterjähriger Mittelwert von 8,1 µg/m³ gemessen (Grenzwert: 25 µg/m³), der ebenfalls im Bereich städtischer Hintergrundbelastung liegt. Auch die Belastung durch Stickstoffdioxid unterschreitet an den Messstationen des Hafens den Grenzwert (40 µg/m³) sicher. An der Hegewischstraße am Ostseekai wurde eine mittlere NO2-Konzentration von 21,3 µg/m³ gemessen, die im oberen Bereich städtischer Hintergrundwerte liegt. Im Bereich des Ostuferhafens wurden Konzentrationen von 15,8 µg/m³ gemessen, die der Grö-ßenordnung an der Referenzmessstelle am Bremerskamp (14 µg/m³) entsprechen.

Der PORT OF KIEL betreibt den Kieler Handelshafen im Auftrag der Landeshauptstadt Kiel, deren Tochterunternehmen er ist. Pro Jahr werden in Kiel mehr als 7 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen; gut 2 Mio. Passagiere gehen über die Terminalanlagen an oder von Bord. Kerngeschäft des Hafens sind die täglichen Fährverkehre nach Norwegen, Schweden sowie ins Baltikum. In der Sommersaison ist Kiel Anziehungspunkt für Kreuzfahrtschiffe. In 2019 erwartet Kiel 178 Anläufe von 33 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen.

 

 

   

Abschlussbericht Immissionsmessung im Kieler Hafen

ANECO Abschlussbericht 17993-001_mU.pdf (2,0 MiB)

Anlage zum Abschlussbericht der Immissionsmessung

ANECO Abschlussbericht 17993-001_Anhang.pdf (4,2 MiB)

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