Parlamentarisches Hafenfrühstück in Berlin

von Ulf Jahnke

Zukunftsfähige Umwelttechnologien in der Schifffahrt

vl Claus Hagedorn Brackmann Gerlach / Foto: POK

 

(Kiel, 13. Dezember 2018) Rund 20 Abgeordnete folgten der Einladung vom PORT OF KIEL und Stena Line zum parlamentarischen Frühstück in Berlin am 12. Dezember 2018. Unter der Schirmherrschaft von Mathias Stein, MdB, stand das Thema nachhaltige Schifffahrt im Mittel-punkt der Veranstaltung. Im Speziellen ging es um die Wettbewerbsfähigkeit der Landstromnutzung. Sowohl der SEEHAFEN KIEL-Geschäftsführer, Dr. Dirk Claus, als auch Ron Gerlach, Trade Director und Geschäftsführer Stena Line Deutschland, wünschen sich bessere gesetzliche Rahmenbedingung, damit es für Reedereien attraktiver wird auf Landstromtechnologie zu setzen. Bisher ist es deutlich günstiger, Strom in der Hafenliegezeit über die bordeigenen Dieselaggregate zu produzieren. Der Seehafen Kiel und Stena Line fordern daher die Befreiung oder Reduzierung von der EEG-Umlage für Landstrom. Im Vergleich mit dem europäischen Ausland ist Landstrom in Deutschland am teuersten, da es in anderen Ländern zum Teil schon Sonderregelungen gibt.

Beide Unternehmen glauben an die Potentiale der Technologie. In Kiel wird seit diesem Herbst am Norwegenkai an der ersten Landstromanlage gebaut. Dazu Dirk Claus: „Im kommenden Frühjahr geht unsere erste Landstromanlage in Betrieb. Ziel ist es, künftig 60 % aller Schiffsanläufe eine emissionsfreie Landstromversorgung anzubieten.“ Im Anschluss sollen der Schwedenkai und der Ostseekai mit Landstrom ausgerüstet werden. Stena Line arbeitet seit Jahren daran, seine Emissionen zu verringern. „Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten langfristigen strategischen Ziele von Stena Line. Durch verschiedene Projekte konnten wir allein 2017 unsere CO2-Emissionen um 2,1% und unsere Schwefelemissionen um 15% pro Seemeile reduzieren. Landstrom nutzen wir dort, wo wir wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Strombezug vorfinden, etwa in Schweden, Dänemark oder Norwegen. Hier sind in Deutschland noch Anpassungen notwendig“, so Ron Gerlach.

Bezüglich des Landstroms und der EEG-Umlage werden in Zukunft noch einige Gespräche und Diskussion folgen. Dennoch freute sich der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Mathias Stein über die Entwicklung beider Unternehmen, vor allem auch im Hinblick auf seine Heimatstadt: „Es macht mich stolz, dass unser Kieler Hafen zu einem der wichtigsten Häfen im Ostseeraum geworden ist. Für die Zukunft des Hafens ist mir nicht bange, da sowohl in Infrastruktur als auch in mehr Klima- und Umweltschutz investiert wird. Besonders hervorheben möchte ich die Vorbildfunktion des Seehafens beim Thema Landstrom, durch die er noch attraktiver für innovative Fährunternehmen wie Stena Line wird. Die schwedische Reederei hat nicht nur in die weltweit erste RoPax-Fähre mit Methanol im Einsatz. Bereits rund ein Drittel der Schiffe können in Häfen mit Landstrom versorgt werden, statt Strom mit Schiffsdiesel zu erzeugen. Zusammen sorgen der Seehafen Kiel und Stena Line dafür, dass die Luft in Kiel sauberer wird."

Parlamentarisches Hafenfrühstück (im Bild von links):
- Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer PORT OF KIEL
- Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin
- Norbert Brackmann, Maritimer Koordinator der Bundesregierung
- Ron Gerlach, Trade Director und Geschäftsführer Stena Line Deutschland

 

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